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Foto: Gülay Yigican

RUSH HOUR. Uraufführung von Ceren Oran. München, ab 22. Juni 2017

RUSH HOUR ist eine Performance der Münchner Choreografin Ceren Oran. Drei PerformerInnen und zwei Musiker setzen sich in der einstündigen Vorstellung mit dem Wahnsinn der gegenwärtigen Schnelllebigkeit auseinander und fragen nach (psychophysischen) Konsequenzen für das Individuum und die heutige Gesellschaft mit Blick auf die menschliche Faszination für Tempo und die Gier nach der Überschreitung von persönlichen Grenzen.

Dem Historiker Yuval Noah Harari („Sapiens: A Brief History of humankind“) zufolge, erlebt der Mensch, seitdem er die Kontrolle über das Feuer gewonnen hat und so an die Spitze der Lebenspyramide trat, seine Geschichte in zunehmender Geschwindigkeit. Trotz enormer Leistung und Anstrengung hat er das Gefühl, niemals alles zu schaffen oder erledigen zu können, sowie nirgends und nie anzukommen, um zu rasten. Die Hetzerei und der Stress des Alltags bedeuten heute für viele ein Verlust von Lebensfreude und Lebensqualität. Noch nie waren westliche Gesellschaften zugleich so auf Speed und so erschöpft. Wie erlebt ein jeder den „Rausch der Zeit“? Greift er um sich, oder wird er vielmehr von einem jedem, der sucht und testet, weiter gehen möchte und nicht zurück, befeuert?

RUSH HOUR versucht die Diskrepanz zwischen Körpern, die am laufenden Band funktionieren müssen und einem wachsenden psychischen Unruhezustand, auf der Bühne erfahrbar zu machen. Die drei PerformerInnen durchlaufen alle einen eigenen Trip. Sie interagieren und sie synchronisieren sich, sie konkurrieren miteinander und verlaufen sich dabei immer mehr in einer konstant wachsenden Überforderung. Sie werden von außen beschleunigt – oder sind sie am Ende doch selber für ihr Dilemma verantwortlich? Was zwingt sie dazu weiterzulaufen? Was motiviert die Lust des „Höher, Schneller und Weiter“? Und wann ist sein Ende erreicht? Hüseyin Evirgen komponiert für RUSH HOUR elektronische Musik, in die eine bearbeitete menschliche Stimme einfließt. Seine Musik spannt atmosphärisch den musikdramaturgischen Bogen des Stücks und trifft auf Klänge und Melodien eines akustischen Live-Saxofon (Simon Couratier). RUSH HOUR erzählt den Spannungsbogen zwischen High Speed und Erschöpfung und eröffnet den Zuschauern Projektionsflächen, die ihn auf die Reise durch seine eigene Evolution schicken.

Einen Vorbericht lesen Sie hier im Münchner Feuilleton.

PremiereDonnerstag, 22. Juni 2017, 20:00 Uhr
Weitere Vorstellungen: 23. / 24. / 25. Juni, 20:00 Uhr
Schwere Reiter. Dachauer Str. 114, 80636 München

Tickets / Reservierung: Tickets zu € 17.- / erm. € 10.- können bei der Tanztendenz München (089 / 721 10 15) und via reservierung@schwerereiter.de reserviert werden.

Konzept, Künstlerische Leitung, Choreografie: Ceren Oran
Performer: Daphna Horenczyk, Jaroslav Ondus, Çağlar Yiğitoğullari
Musik: Hüseyin Evirgen
Live-Saxofon: Simon Couratier
Bühne: Empfangshalle München
Dramaturgie: Sarah Israel
Lichtdesign: Rainer Ludwig
Produktionsmanagement: Tanzbüro München
Produktionsassistenz: Maria Casalez Gonzales
Pressebetreuung: Knoll PR

„Rush Hour“ ist eine Produktion von Ceren Oran und wird gefördert durch das Kulturreferat der Landeshauptstadt München und den Bayerischen Landesverband für zeitgenössischen Tanz (BLZT), mit freundlicher Unterstützung durch Tanzbüro München. Ceren Oran ist Mitglied der Tanztendenz München.